Wie wechseln Sie eine Haushaltssicherung sicher aus?
Strom weg, Sicherung durch. Der Wechsel einer Schmelzsicherung ist in fünf Schritten erledigt und für Laien ausdrücklich erlaubt, solange es sich um Schraubsicherungen der Systeme D oder D0 handelt.
Schritt 1: Richtige Ersatzsicherung wählen. Die Amperezahl der neuen Sicherung muss identisch mit der alten sein. Diese Angabe finden Sie auf der alten Sicherung selbst oder auf dem Beschriftungsfeld im Sicherungskasten.
Schritt 2: Hauptschalter ausschalten. Schalten Sie den Hauptschalter im Sicherungskasten aus, bevor Sie irgendetwas anfassen. So stellen Sie sicher, dass kein Strom mehr durch die Leitungen fließt.

Schritt 3: Defekte Sicherung erkennen und entfernen. Eine durchgebrannte Schmelzsicherung erkennen Sie oft am dunklen oder geschwärzten Sichtfenster in der Mitte des Schraubkopfes. Drehen Sie die defekte Sicherung heraus, am besten mit einem Sicherungseinsatzhalter, damit Sie keinen direkten Metallkontakt haben.

Schritt 4: Neue Sicherung einschrauben. Setzen Sie die neue Sicherung fest ein, aber drehen Sie nicht zu stark an. Übermäßige Kraft beschädigt das Gewinde.
Schritt 5: Hauptschalter wieder einschalten und prüfen. Schalten Sie den Hauptschalter zurück. Leuchtet das Licht, läuft das Gerät wieder? Gut. Löst die Sicherung sofort erneut aus, schalten Sie alle Geräte im betroffenen Stromkreis aus und lesen Sie den Abschnitt zur Fehlersuche weiter unten.
Wichtig: Schmelzsicherungen der Systeme D und D0 dürfen Laien bis 400 V Wechselspannung und 63 A Nennstrom selbst wechseln. Leitungsschutzschalter (die Kippschalter im modernen Sicherungskasten) sind Sache des Fachmanns.
Alte Sicherungen gehören nicht in den Hausmüll. Schmelzsicherungen enthalten Keramik und Metallteile und müssen über den Wertstoffhof oder den Elektroschrott entsorgt werden.

Was brauchen Sie für den Sicherungswechsel?
Viel Werkzeug brauchen Sie nicht. Aber das Richtige sollte bereitliegen:
- Ersatzsicherung mit exakt der gleichen Amperezahl und dem gleichen Bautyp wie die defekte
- Sicherungseinsatzhalter aus Kunststoff, damit Sie keinen Metallkontakt beim Herausdrehen haben
- Taschenlampe oder Stirnlampe, denn bei einem Stromausfall ist es im Flur oder Keller oft dunkel
- Isolierte Handschuhe, besonders bei älteren Sicherungskästen ohne vollständige Abdeckung
- Spannungsprüfer (berührungslos), wenn Sie sichergehen wollen, dass wirklich keine Spannung anliegt
Profi-Tipp: Halten Sie immer ein kleines Vorrat an Ersatzsicherungen in den gängigen Stärken (10 A, 16 A) griffbereit. Wer nachts im Dunkeln erst zum Baumarkt fahren muss, macht Fehler.
Achten Sie beim Kauf der Ersatzsicherung auf die Passhülsen im Sicherungskasten. Diese farbigen Kunststoffringe verhindern, dass eine zu starke Sicherung eingesetzt wird. Fehlt eine Passhülse, sollte das ein Fachbetrieb prüfen, denn ohne sie besteht Brandgefahr durch falsch dimensionierte Sicherungen.
Welche Sicherheitsregeln gelten beim Arbeiten am Sicherungskasten?
Elektrizität verzeiht keine Nachlässigkeit. Diese Regeln gelten ohne Ausnahme:
- Hauptschalter immer ausschalten vor dem Berühren von Sicherungen
- Trockene Hände sind Pflicht, Feuchtigkeit und Strom sind eine gefährliche Kombination
- Keine Metallgegenstände in der Hand, isolierte Werkzeuge verwenden
- Nur bei trockener Umgebung arbeiten, niemals bei Nässe oder in feuchten Kellern mit stehender Feuchtigkeit
- Nur Schmelzsicherungen (D- und D0-Systeme) selbst wechseln, keine Leitungsschutzschalter oder FI-Schalter
- Passhülsen kontrollieren und niemals eine stärkere Sicherung einsetzen als vorgesehen
„Sicheres Arbeiten erfordert Hauptschalter ausschalten, trockene Hände, keinen Metallkontakt und nur in trockener Umgebung arbeiten.“ Quelle: Build Coded
Bei Hitzeentwicklung, Brandgeruch oder sichtbaren Schäden am Sicherungskasten sofort aufhören und eine Elektrofachkraft hinzuziehen. Das gilt auch, wenn die Anlage sichtbar veraltet ist oder Stoffleitungen verbaut sind.
Was tun, wenn die Sicherung nach dem Wechsel sofort wieder auslöst?
Eine Sicherung, die direkt nach dem Einschrauben wieder auslöst, zeigt ein Problem im Stromkreis an, nicht an der Sicherung selbst.
- Schalten Sie alle Geräte im betroffenen Stromkreis aus
- Setzen Sie die neue Sicherung erneut ein und schalten Sie den Hauptschalter wieder an
- Schalten Sie die Geräte einzeln nacheinander wieder ein, bis die Sicherung erneut auslöst
- Das zuletzt eingeschaltete Gerät ist der wahrscheinliche Verursacher, also Stecker ziehen und prüfen lassen
- Löst die Sicherung auch ohne angeschlossene Geräte aus, liegt der Fehler in der Leitung selbst
Bei wiederholtem Auslösen liegt meist ein Fehler in der Installation oder im Gerät vor. Eine stärkere Sicherung einzusetzen ist keine Lösung, sondern eine Brandgefahr.
Profi-Tipp: Ziehen Sie alle Stecker im betroffenen Bereich, bevor Sie die neue Sicherung einschrauben. So schließen Sie Gerätefehler von Anfang an aus und sparen sich die schrittweise Suche.
Was erlaubt die DIN VDE 0105-100 Laien beim Sicherungswechsel?
Die Norm DIN VDE 0105-100 regelt klar, was Laien dürfen und was nicht. Schmelzsicherungseinsätze der Systeme D und D0 dürfen Laien bis 400 V Wechselspannung und 63 A Nennstrom selbst wechseln, sofern Berührungs- und Kurzschlussschutz gewährleistet sind.
Was Laien nicht selbst machen dürfen:
- Leitungsschutzschalter oder FI-Schalter austauschen
- Schmelzsicherungen gegen Schraubautomaten ersetzen, ohne Fachberatung
- Arbeiten an der Zuleitung oder am Zähler
„Schraubautomaten besitzen oft inkorrekte Auslösekennlinien. Der Tausch von Schmelzsicherungen auf Automaten ist eine technische Änderung und erfordert eine normkonforme Ausführung durch eine Elektrofachkraft.“ Quelle: Elektrikerwissen
Schmelzsicherungen sind Einweggeräte und nach dem Auslösen vollständig zu ersetzen. Leitungsschutzschalter lassen sich zwar zurücksetzen, ihr Austausch bleibt aber Fachkräften vorbehalten. Wer beim Wechsel unter Last arbeitet, riskiert einen Lichtbogen. Profis setzen dafür Lasttrennschalter ein, die alle Außenleiter gleichzeitig trennen.
Welche Sicherungsarten gibt es und was ist beim Wechsel zu beachten?
Im Haushalt begegnen Ihnen hauptsächlich drei Typen:
Schmelzsicherungen (Schraubsicherungen, System D/D0) sind die klassischen Keramiksicherungen mit Schraubgewinde. Sie brennen bei Überlast durch und müssen komplett ersetzt werden. Der Wechsel ist für Laien zulässig. Ihr Vorteil: Sie geben durch das geschwärzte Sichtfenster eindeutiges Feedback, wenn sie ausgelöst haben.
Leitungsschutzschalter sind die modernen Kippschalter im Sicherungskasten. Nach einer Auslösung lassen sie sich einfach wieder einschalten. Ihr Austausch ist aber ausschließlich Elektrofachkräften vorbehalten, da sie direkt auf der Sammelschiene sitzen.
FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter) schützen vor gefährlichen Körperströmen. Sie haben einen eigenen Testknopf und lassen sich nach Auslösung zurücksetzen. Auch hier gilt: Austausch nur durch den Fachmann.
Welche Fehler passieren beim Sicherungstausch am häufigsten?
Der häufigste Fehler ist das Einsetzen einer zu starken Sicherung. Wer eine 16-A-Sicherung durch eine 25-A-Sicherung ersetzt, weil gerade keine 16-A-Sicherung zur Hand ist, schützt die Leitung nicht mehr ausreichend. Das ist eine direkte Brandursache.
Weitere typische Fehler:
- Hauptschalter vergessen auszuschalten, weil es „ja nur kurz“ geht
- Sicherung zu fest eindrehen und dabei das Gewinde beschädigen
- Falschen Sicherungstyp kaufen, etwa eine D0-Sicherung für ein D-System
- Passhülse ignorieren oder entfernen, weil die neue Sicherung nicht passt
Wer merkt, dass die Passhülse fehlt oder die falsche Farbe hat, sollte nicht einfach eine beliebige Sicherung einschrauben. Die Farbe der Passhülse zeigt die maximal zulässige Stromstärke an: grün steht für 6 A, rot für 10 A, grau für 16 A und blau für 25 A.
Woran erkennen Sie, dass eine Sicherung gewechselt werden muss?
Das deutlichste Zeichen ist ein plötzlicher Stromausfall in einem Teil der Wohnung, während der Rest normal funktioniert. Schauen Sie dann in den Sicherungskasten.
Bei Schmelzsicherungen sehen Sie die Beschädigung oft direkt: Das kleine Sichtfenster in der Mitte des Schraubkopfes ist dunkel, schwarz verfärbt oder das Schmelzelement ist sichtbar unterbrochen. Bei Leitungsschutzschaltern steht der Kipphebel in der Mittelstellung oder auf „aus“.
Weitere Anzeichen, die auf eine defekte Sicherung hinweisen:
- Bestimmte Steckdosen oder Lichtkreise funktionieren nicht mehr
- Ein Gerät läuft nicht an, obwohl es eingesteckt ist
- Nach dem Einschalten eines leistungsstarken Geräts fällt der Strom weg
Riecht es nach Brandgeruch oder sehen Sie Verfärbungen am Sicherungskasten, ist das kein normaler Sicherungsdefekt. Dann sofort den Strom abschalten und eine Elektrofachkraft rufen.
Elektrotechnik-ernst hilft, wenn Sie nicht weiterkommen

Manchmal reicht ein Sicherungswechsel nicht aus. Wenn die Sicherung immer wieder auslöst, die Anlage veraltet ist oder Sie auf Nummer sicher gehen wollen, ist ein E-Check die richtige Maßnahme. Elektrotechnik-ernst prüft Ihre gesamte Elektroinstallation in Augsburg und Umgebung fachgerecht und gibt Ihnen Klarheit darüber, ob Ihre Anlage sicher ist.
Wichtige Erkenntnisse
Schmelzsicherungen der Systeme D und D0 dürfen Laien bis 400 V und 63 A selbst wechseln, alle anderen Arbeiten am Sicherungskasten gehören in Fachkräftehände.
| Thema | Details |
|---|---|
| Zulässiger Laienbereich | Schmelzsicherungen D/D0 bis 400 V AC und 63 A Nennstrom dürfen Laien selbst wechseln. |
| Hauptschalter zuerst | Vor jedem Sicherungswechsel den Hauptschalter ausschalten, um Spannungsfreiheit herzustellen. |
| Gleiche Amperezahl | Die Ersatzsicherung muss exakt dieselbe Stromstärke haben wie die defekte. |
| Sofortiges Wiederauslösen | Alle Geräte ausschalten, Sicherung erneut einsetzen und Geräte einzeln zuschalten, um die Fehlerquelle zu finden. |
| Fachkraft beauftragen | Bei wiederholtem Auslösen, Brandgeruch oder veralteter Anlage sofort eine Elektrofachkraft hinzuziehen. |
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