Ein Photovoltaik-Modul kostet aktuell im Endkundengeschäft meist zwischen 60 und 180 € pro Stück, je nach Leistung, Bauform und Zelltechnologie. Umgerechnet liegt der Preis pro Watt bei etwa 0,12 bis 0,30 €/Wp. Wichtig für die Einordnung: Das Modul selbst macht nur rund 15 bis 25 % der Gesamtkosten einer fertigen Photovoltaik-Anlage aus, den Rest bestimmen Montage, Wechselrichter und Elektroinstallation.
Kurz gesagt:
- Modulpreise für Endkunden liegen derzeit zwischen 50 und 100 € pro Stück, abhängig von Typ und Leistung, wobei sie nur 15 bis 25 % der Gesamtkosten einer Anlage ausmachen.
- Die Modulpreise sind 2026 durch steigende Rohstoffkosten und die Auslaufphase einer chinesischen Exportvergünstigung um etwa 25 bis 30 % gestiegen, kurzfristige Schwankungen bleiben normal.
- Glas-Glas-Module sind teurer als Glas-Folie-Module um 5 bis 15 %, bieten jedoch längere Haltbarkeit und geringere Degradation, was sich bei begrenzten Dachflächen oft rechnet.
- Die Modulkosten beeinflussen nur geringfügig die Gesamtkosten einer Anlage, da Montage, Wechselrichter und Elektroinstallation den Löwenanteil ausmachen.
- Für einen zuverlässigen Vergleich sollten Sie den Preis pro Watt peak, Garantiebedingungen und Zelltechnologie berücksichtigen, nicht nur den Stückpreis.
Inhaltsverzeichnis
- Was kostet ein Photovoltaik-Modul aktuell: Preisübersicht nach Segment
- Was die Preise 2026 treibt: Rohstoffe, Handelspolitik und Indexdaten
- Glas-Glas oder Glas-Folie: Was der Aufbau kostet
- Wie stark wirkt sich der Modulpreis auf die Gesamtanlage aus?
- Wie Sie Module sinnvoll vergleichen: Fünf praktische Prüfgrößen
- Fachbetriebs-Perspektive: Praxiswissen von Elektrotechnik Ernst
- Warum die Preiswende 2026 weniger dramatisch ist, als sie klingt
- Wie Elektrotechnik Ernst Ihnen zu einem fairen Angebot verhilft
- Quellen
Was kostet ein Photovoltaik-Modul aktuell: Preisübersicht nach Segment
Wer sich fragt, was kostet ein Photovoltaik Modul heute wirklich, muss zuerst zwischen Großhandels- und Endkundenpreisen unterscheiden. Auf der Großhandelsebene bewegen sich Modulpreise laut Solarserver zwischen 0,07 und 0,14 €/Wp, abhängig von Qualität und Herkunft. Endkunden zahlen deutlich mehr, weil Logistik, Lagerung, Beratung und Handelsmarge draufkommen.
Für ein typisches 400 bis 450 Watt starkes Modul ergibt sich damit folgendes Bild:
- Standardmodule (Glas-Folie): etwa 0,12 bis 0,22 €/Wp, also rund 50 bis 100 € pro Modul
- Glas-Glas-Module: rund 150 € pro kWp allein an Modulkosten, was bei 400 Watt etwa 60 € entspricht. Oft steigt der Preis im Gesamtpaket auf 90 bis 150 € pro Stück
- Full-Black-Module: meist ein Aufpreis von 10 bis 20 % gegenüber Standardware, wegen der optischen Beschichtung
- Premium- und Hochleistungsmodule: ab 0,18 €/Wp aufwärts, teils über 150 € pro Modul
Rechnet man in Preis pro Quadratmeter um, kommen die meisten Module bei etwa 90 bis 160 € pro m² heraus, denn ein Standardmodul mit 1,7 m² Fläche und 400 Watt Leistung liegt selten unter 60 €. Diese Bandbreiten sind Momentaufnahmen und schwanken je nach Marktlage innerhalb weniger Monate deutlich. Wer aktuelle Zahlen sucht, findet über Preisportale wie den pvXchange-Modulpreisindex, Photovoltaik.org oder Energiefluss24 laufend aktualisierte Werte, die als Orientierung dienen, nicht als verbindliches Angebot.
Was die Preise 2026 treibt: Rohstoffe, Handelspolitik und Indexdaten
Die Modulpreise sind 2026 spürbar gestiegen, und das kam für viele überraschend nach Jahren fallender Preise.
Der pvXchange-Modulpreisindex verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Anstieg der Großhandelspreise um rund 25 bis 30 %. Standardmodule kletterten dabei von etwa 0,105 auf 0,135 €/Wp, Hochleistungsmodule von 0,115 auf 0,145 €/Wp.
Zwei Faktoren stechen heraus. Erstens: Der Silberpreis, das für die Kontaktierung der Zellen unverzichtbar ist, hat kräftig angezogen. Silber macht bei modernen Zelltechnologien einen wachsenden Kostenanteil aus, weil TOPCon und HJT mehr davon benötigen als ältere PERC-Zellen. Zweitens ist eine chinesische Exportvergünstigung ausgelaufen, die jahrelang die Weltmarktpreise gedrückt hatte. Ohne diesen Vorteil müssen Hersteller ihre Margen neu kalkulieren, und das spüren Käufer direkt im Angebot.
Für die Praxis heißt das:
- Kurzfristig sind Preisschwankungen von Monat zu Monat normal und kein Grund zur Panik.
- Wer eine Anlage plant, sollte Angebote nicht auf Halde legen, denn Preise können in beide Richtungen laufen.
- Langfristig bleibt die Investitionslogik unverändert: Eine Anlage rechnet sich über 20 bis 25 Jahre, nicht über die nächsten drei Monate.
Wer jetzt kauft, zahlt also etwas mehr als vor einem Jahr. Am grundsätzlichen Wirtschaftlichkeitsargument für Photovoltaik ändert das wenig.
Glas-Glas oder Glas-Folie: Was der Aufbau kostet
Der Modulaufbau entscheidet stärker über den Preis als viele erwarten. Glas-Folie-Module sind die günstigere Standardvariante, während Glas-Glas-Module durch die zweite Glasscheibe mechanisch stabiler und langlebiger sind, aber auch teurer.
- Preisunterschied: Glas-Glas kostet typischerweise 5 bis 15 % mehr, das sind 200 bis 500 € Mehrkosten auf eine ganze 10-kWp-Anlage.
- PERC-Zellen: günstigste Technologie, etwa 0,12 bis 0,15 €/Wp, Wirkungsgrad meist um 21 %.
- TOPCon-Zellen: mittleres Preissegment mit höheren Wirkungsgraden und guter Schwachlichtleistung.
- HJT-Zellen: Premiumklasse mit höheren Preisen pro Watt und den geringsten Degradationsraten am Markt.
Glas-Glas-Module amortisieren ihren Aufpreis häufig über geringere Degradation und längere Garantien, besonders bei begrenzter Dachfläche, auf Carports oder an Fassaden, wo jedes Watt Ertrag zählt.
Profi-Tipp: Bei kleinen Dachflächen lohnt sich oft die teurere, aber effizientere Zelltechnologie mehr als beim großen Einfamilienhausdach, weil hier jeder Quadratzentimeter Ertrag bringt.
Wie stark wirkt sich der Modulpreis auf die Gesamtanlage aus?
Modulkosten sind selten der Kostentreiber, den viele Käufer fürchten. Sie machen laut Marktbeobachtungen 15 bis 25 % der Systemkosten aus, während Montage und Installation mit 37 bis 40 % den größten Anteil stellen.
Ein konkretes Rechenbeispiel für eine 10-kWp-Anlage:
- Ein Aufschlag von 0,03 €/Wp auf die Module bedeutet bei 10.000 Watt rein rechnerisch etwa 300 € Mehrkosten.
- Mit realistischem Puffer für Montagematerial und Logistik landet man eher bei 400 bis 700 € Gesamtaufschlag.
- Bezogen auf den Fraunhofer ISE-Richtwert von rund 1.015 €/kWp schlüsselfertig entspricht das nur wenigen Prozentpunkten der Gesamtinvestition.
- Eine schlüsselfertige 10-kWp-Anlage ohne Speicher liegt meist zwischen 9.000 und 13.000 €, mit Speicher oft 4.000 bis 8.000 € höher.
Detaillierte Zahlen dazu finden Sie in der Beispielrechnung für eine 10-kWp-Anlage.
Wie Sie Module sinnvoll vergleichen: Fünf praktische Prüfgrößen
Ein niedriger Stückpreis sagt wenig aus, wenn die Leistung dahinter nicht stimmt. Vergleichen Sie stattdessen konsequent den Preis pro Wp, nicht den nackten Modulpreis.
- Prüfen Sie Wirkungsgrad, jährliche Degradationsrate und die Leistungsgarantie, üblich sind 80 bis 87 % Restleistung nach 25 bis 30 Jahren.
- Achten Sie auf Aufbau und Gewicht, denn Glas-Glas-Module brauchen oft eine stabilere Unterkonstruktion und mehr Statikprüfung.
- Klären Sie die Kompatibilität mit dem vorgesehenen Wechselrichter, bevor Sie sich auf ein Modell festlegen.
- Fragen Sie nach Lieferzeit, Herkunft der Zellen und Servicequalität des Herstellers.
- Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass keine versteckten Zusatzkosten für Montageschienen, Dachhaken oder Anschlussarbeiten anfallen.
Fragen Sie außerdem konkret nach Garantiedetails, Zertifikaten und Austauschklauseln bei Defekten. Wer sich für die Technik hinter den Zahlen interessiert, findet Hintergründe zur Funktionsweise von Solarmodulen.
Fachbetriebs-Perspektive: Praxiswissen von Elektrotechnik Ernst
Ein Modulpreis allein sagt wenig über die tatsächlichen Kosten einer fertigen Anlage. Ein Fachbetrieb wie Elektrotechnik Ernst übernimmt Planung, Statikprüfung, Montage, die Anmeldung beim Netzbetreiber sowie Inbetriebnahme und spätere Wartung, alles Positionen, die im reinen Modulpreis nicht enthalten sind.
Genau hier entstehen die größten Missverständnisse bei Kostenvergleichen: Ein günstiges Modul kann teurer werden, wenn Montage und Statik nicht mitgedacht sind. Wer eine belastbare Beispielrechnung für seine eigene Dachfläche sucht, findet sie in der Übersicht zu Kosten einer 10-kWp-Anlage, inklusive Speicheroptionen.
Referenzprojekte und Kundenbewertungen zeigen, wie unterschiedlich die tatsächlichen Endpreise je nach Dachform und Netzanschluss ausfallen können. Für eine verlässliche Einschätzung lohnt sich immer ein Blick vor Ort, statt sich allein auf Online-Preisrechner zu verlassen.
Warum die Preiswende 2026 weniger dramatisch ist, als sie klingt
Die Schlagzeilen über steigende Modulpreise erzeugen mehr Sorge, als die Zahlen rechtfertigen. Wer diesen Unterschied nicht kennt, trifft Kaufentscheidungen aus Angst statt aus Kalkül.
Die konventionelle Beratung fokussiert sich zu oft auf den nackten Stückpreis und zu wenig auf die Lebensdauerrechnung. Ein Modul, das 20 € günstiger ist, aber schneller degradiert oder eine kürzere Garantie trägt, ist über 25 Jahre gerechnet oft die schlechtere Wahl. Genau das übersehen viele private Käufer, weil der erste Blick immer auf die Anschaffungssumme fällt, nicht auf den Ertrag über die Laufzeit.
Mein Rat: Priorisieren Sie zuerst die Garantiebedingungen und die Degradationsrate, erst danach den Preis pro Wp. Der Modulmarkt bleibt volatil, aber die Physik der Anlage bleibt gleich. Wer das verinnerlicht, trifft ruhigere Entscheidungen, auch wenn die Preisindizes im nächsten Quartal wieder Kapriolen schlagen.
— Elektro
Wie Elektrotechnik Ernst Ihnen zu einem fairen Angebot verhilft
Statt sich durch Preisindizes und Modulkataloge zu wühlen, erhalten Sie ein komplettes, transparentes Angebot aus einer Hand, inklusive Vor-Ort-Begehung Ihres Dachs und Prüfung möglicher Förderungen.
Das nimmt Ihnen die Unsicherheit ab, ob ein günstiges Modul am Ende durch Montagekosten oder fehlende Statikprüfung teurer wird als gedacht. Modul, Montage, Wechselrichter und Anmeldung werden oft als ein Paket kalkuliert, sodass Sie den tatsächlichen Endpreis vor Vertragsabschluss in Erfahrung bringen. Auch die Frage nach einem passenden Speicher lässt sich direkt mitplanen, alle Details dazu finden Sie unter Kosten für einen Photovoltaik-Speicher.
Wenn Sie eine Anlage für Ihr Zuhause oder Ihr kleines Unternehmen im Raum Augsburg planen, ist der einfachste erste Schritt eine unverbindliche Anfrage über die Photovoltaik-Seite von Elektrotechnik Ernst. Dort erhalten Sie innerhalb kurzer Zeit ein individuelles Angebot, das auf Ihr Dach und Ihren Strombedarf zugeschnitten ist.
Kostenübersicht 2026: €/kWp, Speicher €/kWh und Komplettpreise
Die Investitionskosten für reine PV-Module und Technik liegen nach Angaben des Fraunhofer ISE aktuell in drei groben Klassen: etwa 1.200 €/kWp im unteren Bereich, rund 1.500 €/kWp im mittleren Bereich und bis zu 1.700 €/kWp bei hochwertigeren Komponenten oder aufwendiger Montage. Kommt ein Batteriespeicher dazu, steigen die Gesamtinvestitionskosten proportional, auf etwa 1.800 bis 2.300 €/kWp.

Für den Speicher selbst nennt die Verbraucherzentrale eine Preisspanne von etwa 300 bis 700 € pro kWh nutzbarer Kapazität, Installation bereits eingerechnet. Systeme ab etwa 5 kWh fallen meist in diesen Rahmen, wobei die Tendenz seit Jahren leicht fällt.
Ungefähre Komplettpreise für typische Haushaltsgrößen (PV-Anlage inklusive Speicher und Montage):
- Eine 5-kWp-Anlage mit kleinem Speicher bewegt sich häufig im Bereich zwischen 9.000 und 11.500 €.
- Eine 6-kWp-Anlage mit mittlerem Speicher liegt oft zwischen 11.000 und 14.000 €.
- Eine 10-kWp-Anlage mit größerem Speicher kann zwischen 18.000 und 23.000 € kosten.
Der Fraunhofer ISE beziffert die Gesamtinvestition für PV mit Speicher auf rund 1.800 bis 2.300 € pro kWp. Das zeigt, wie stark der Speicher den Gesamtpreis einer Anlage beeinflusst, oft macht er ein Drittel bis die Hälfte der Investition aus.
Diese Werte sind Orientierungsgrößen, keine Festpreise. Wer ein älteres Haus besitzt, sollte diesen Posten von Anfang an mit einplanen und nicht erst beim Angebot entdecken.
Konkrete Beispielrechnungen: 5, 6 und 10 kWp mit Speicher
Die folgenden Rechenbeispiele sind illustrativ und dienen der Einordnung, nicht als feste Marktpreise. Sie zeigen, wie sich Modulfläche, Speichergröße und Montageaufwand in einer Gesamtsumme niederschlagen.
- 5 kWp plus 5 kWh Speicher: Bei einem mittleren Ansatz von etwa 1.500 €/kWp für die reine PV-Technik ergeben sich rund 7.500 € für Module, Wechselrichter und Montagesystem. Der Speicher mit 5 kWh schlägt bei einem mittleren Preis von 500 €/kWh mit etwa 2.500 € zu Buche, inklusive Installation. Zusammen liegt die Anlage bei grob 10.000 €, je nach Dachsituation auch etwas darüber oder darunter.
- 6 kWp plus 10 kWh Speicher: Die PV-Technik kostet bei 1.500 €/kWp rund 9.000 €. Der größere Speicher mit 10 kWh liegt bei einem mittleren Preis von 500 €/kWh bei etwa 5.000 €. In Summe ergibt das rund 14.000 €, wobei ein günstigerer Speicher am unteren Ende der Preisspanne die Summe spürbar senken kann.
- 10 kWp plus 10 bis 15 kWh Speicher: Hier fallen für die PV-Technik bei 1.400 €/kWp (leichter Skaleneffekt) etwa 14.000 € an. Der Speicher bewegt sich je nach Kapazität zwischen 5.000 und 7.500 €. Das ergibt eine Gesamtsumme von grob 19.000 bis 21.500 €.
Der Skaleneffekt zeigt sich deutlich: Größere Anlagen senken den Preis pro kWp, wie die Verbraucherzentrale feststellt, weil sich Fixkosten wie Gerüst, Anfahrt und Elektroanschluss auf mehr Leistung verteilen. Eine winzige Anlage mit 3 kWp ist deshalb pro kWp oft teurer als eine große auf demselben Dach.
Was kostet eine PV-Anlage mit 10 kWp: Schlüsselfertig, DIY und mit Speicher
Für die meisten Hausbesitzer ist die schlüsselfertige Variante die realistischste Wahl. Hier zahlen Sie 2026 zwischen 12.000 und 16.000 € für Anlage, Montage und Anmeldung, alles aus einer Hand. Der Preis pro kWp liegt dabei meist bei 1.100–1.500 €, wobei größere Anlagen tendenziell günstiger pro kWp werden, weil Fixkosten wie Gerüst und Anmeldung auf mehr Leistung verteilt werden.
Mit einem 10 kWh-Speicher kommen je nach Hersteller und Kapazität weitere 5.500–9.500 € hinzu, was die Gesamtinvestition auf 17.500–21.500 € bringt.
| Variante | Gesamtkosten | Preis/kWp | Eigenverbrauch |
|---|---|---|---|
| 10 kWp ohne Speicher | 12.000–16.000 € | 1.100–1.500 € | ~25–35 % |
| 10 kWp + 10 kWh Speicher | 17.500–21.500 € | inkl. Speicher | ~60–75 % |
| DIY-Kit (Beispiel) | ab ca. 6.999 € | niedriger | variabel |
Ein vollständiges DIY-Kit kann bei günstigen Annahmen mit einer Investition von rund 6.999 € und einer Amortisationszeit unter 9 Jahren kalkuliert werden. Allerdings: Eigeninstallation ist in Deutschland nur für Elektrofachbetriebe zulässig, und Anmeldung beim Netzbetreiber sowie Zählerwechsel kommen immer hinzu.
Profi-Tipp: Vergleichen Sie Angebote immer auf Basis €/kWp und prüfen Sie, ob Gerüst, Zählerwechsel und Netzanmeldung im Preis enthalten sind. Fehlen diese Posten, ist das Angebot auf den ersten Blick günstiger, am Ende aber nicht.
Lohnt sich ein 10 kWh-Speicher für Ihre 10 kWp-Anlage?
Die kurze Antwort: Für die meisten Einfamilienhäuser ja, aber nicht ausschließlich wegen der Rendite. Der Speicher lohnt sich heute häufiger aus Autarkie- und Netzunabhängigkeitsgründen als allein aus reiner Renditebetrachtung. Die Preisentwicklung bei Speichern entscheidet, ab wann die Rendite allein positiv ist.
Die Faustregel: 1 kWh Speicherkapazität pro 1 kWp Anlagenleistung. Für 10 kWp sind 8–12 kWh sinnvoll. Als Wirtschaftlichkeitsgrenze gilt unter Fachleuten ein Richtwert von etwa 600 €/kWh nutzbarer Kapazität. Aktuelle Marktpreise für 10 kWh liegen bei 6.500–10.500 €, also 650–1.050 €/kWh. Damit ist die reine Rendite noch knapp, der Autarkiegewinn aber erheblich.
| Kriterium | Ohne Speicher | Mit 10 kWh Speicher |
|---|---|---|
| Eigenverbrauchsquote | ~25–35 % | ~60–75 % |
| Autarkiegrad | niedrig | mittel bis hoch |
| Zusatzkosten | 0 € | 6.500–10.500 € |
| Amortisation gesamt | 8–10 Jahre | 9–12 Jahre |
Entscheidungs-Checkliste Speicher:
- Verbrauchsprofil: Ist der Haushalt tagsüber wenig zu Hause? Dann ist Speicher besonders wertvoll.
- E-Auto oder Wärmepumpe vorhanden oder geplant? Dann lohnt sich ein größerer Speicher fast immer.
- Einspeisevergütung: Je niedriger, desto mehr lohnt Eigenverbrauch durch Speicher.
- Strompreis-Prognose: Bei steigenden Preisen steigt der Wert jeder selbst verbrauchten kWh.
- Budget: Wer knapp kalkuliert, kann den Speicher nachrüsten, wenn Hybrid-Wechselrichter verbaut ist.
Profi-Tipp: Ein kleiner 5–7 kWh-Speicher reicht für Singles oder Paare oft aus. Notstromfunktion ist sinnvoll, wenn Sie im ländlichen Raum mit häufigen Netzausfällen leben oder ein Homeoffice betreiben.
Mehr zu den aktuellen Speicherpreisen und Wirtschaftlichkeit finden Sie im Detailartikel von Elektrotechnik-ernst.
Welche Speichergröße passt zu Ihrem Haushalt?
Die passende Kapazität richtet sich weniger nach der Dachfläche als nach dem tatsächlichen Verbrauchsprofil. Ein Zweipersonenhaushalt mit klassischem Verbrauch kommt oft mit 5 bis 7 kWh aus. Sobald ein E-Auto oder eine Wärmepumpe dazukommt, steigt der sinnvolle Bereich schnell auf 10 bis 15 kWh, weil beide Verbraucher auch abends und nachts Strom ziehen.
Bevor Sie ein Angebot unterschreiben, lohnen sich diese Fragen an den Installateur:
- Wie viel nutzbare Kapazität bleibt nach Abzug der Entladetiefe tatsächlich übrig?
- Welche maximale Entladeleistung liefert der Speicher, und reicht das für Ihre Verbrauchsspitzen?
- Wie lange gilt die Herstellergarantie, in Jahren oder in Ladezyklen?
- Ist das System mit einer späteren Erweiterung oder einer Wallbox kompatibel?
Ein schriftliches Angebot sollte mindestens Leistungsdaten, Garantiebedingungen, den Umfang der Installationsarbeiten und einen Hinweis zur Entsorgung der alten Batterie enthalten, falls eine vorhandene ersetzt wird.
- Prüfen Sie zuerst den echten Jahresverbrauch der letzten zwei Jahre, nicht nur eine Schätzung.
- Klären Sie, ob künftig ein E-Auto oder eine Wärmepumpe dazukommt.
- Entscheiden Sie erst danach über die Kapazität.
Eine Nachrüstung ergibt vor allem dann Sinn, wenn die PV-Anlage bereits gut dimensioniert ist und nur der Speicher fehlt. Steht ohnehin eine größere Sanierung oder ein Dachausbau an, lohnt sich meist die komplette Neuplanung von Anlage und Speicher zusammen. Wer eine Wärmepumpe zusätzlich zur PV-Anlage plant, findet ergänzende Rechenbeispiele im Partnerbeitrag zur Kombination von Wärmepumpe und PV.
Lohnt sich ein Speicher? Rechenbeispiele zur Amortisation
Die Wirtschaftlichkeit eines Speichers hängt an einer einfachen Differenz: dem Abstand zwischen dem Strompreis, den Sie beim Netzbezug zahlen, und der Einspeisevergütung, die Sie für überschüssigen Solarstrom bekommen. Bei rund 37 Cent pro Kilowattstunde Netzstrom gegenüber etwa 7,78 Cent Einspeisevergütung lohnt sich jede Kilowattstunde, die Sie selbst speichern und abends verbrauchen, anstatt sie ins Netz einzuspeisen und teuer zurückzukaufen.
Zwei Beispielrechnungen zeigen, wie unterschiedlich das ausfallen kann:
Diese Spannen setzen realistische Annahmen voraus, keine optimistischen. Rechnen Sie mit den erwähnten Umwandlungsverlusten von rund 20 %, mit einer Batterielebensdauer von 10 bis 15 Jahren statt 20, und mit moderat steigenden, nicht explodierenden Strompreisen. Wer stattdessen mit Idealwerten rechnet, kommt auf schönere Zahlen auf dem Papier, aber nicht auf der Stromrechnung.
Drei Faktoren verschieben die Rechnung am stärksten:
- Ein höherer Netzstrompreis verkürzt die Amortisation, weil jede gespeicherte Kilowattstunde mehr wert ist.
- Eine schnellere Batteriedegradation verlängert sie, weil die nutzbare Kapazität über die Jahre sinkt.
- Eine hohe Eigenverbrauchsquote, etwa durch ein E-Auto oder eine Wärmepumpe, verkürzt sie deutlich, weil der Speicher öfter komplett entladen und wieder gefüllt wird.
Speicher rechnen sich also besonders dann, wenn im Haushalt ohnehin schon viel Strom verbraucht wird, statt ins Netz eingespeist zu werden. Wer nachts kaum etwas verbraucht und tagsüber arbeitet, wird von einem Speicher deutlich weniger profitieren als eine Familie mit E-Auto in der Einfahrt und Wärmepumpe im Keller.
Was kostet eine Photovoltaik-Platte im Detail?
Die Preisspanne für ein einzelnes Modul hängt stark von der Wattklasse ab. Gängige Module liegen heute zwischen 300 und 500 Wp Leistung, und genau in diesem Bereich bewegen sich auch die meisten Angebote für Privathaushalte.
Endkunden zahlen laut aktuellen Marktbeobachtungen zwischen 40 € und 150 € pro Modul, während der Großhandel schon für 0,07 bis 0,14 € pro Watt liefert. Diese Differenz erklärt sich durch Vertriebsstufen, Logistik und die Marge des Installationsbetriebs, der das Modul letztlich einbaut und die Garantie übernimmt. Andere Marktauswertungen nennen für 2026 einen Durchschnittspreis von rund 89 € pro Modul, was zeigt, wie breit die tatsächlichen Spannen je nach Anbieter streuen.
Für die Einordnung sind zwei Vergleichswerte hilfreicher als der reine Stückpreis: der Preis pro kWp und der Preis pro Quadratmeter. Glas-Glas-Module mit hoher Effizienz kommen laut aktuellen Marktdaten auf rund 150 € pro kWp, während einfachere Standardmodule oft darunterliegen. Seit Anfang 2026 zeigt sich bei den hochwertigeren Modulklassen eine leichte Preissteigerung, was mit gestiegener Nachfrage und punktuellen Lieferengpässen zusammenhängt.
| Kenngröße | Typischer Wert 2026 |
|---|---|
| Preis pro Modul (Endkunde) | 40 € bis 150 € |
| Großhandelspreis pro Watt | 0,07 € bis 0,14 € |
| Preis pro kWp (Glas-Glas, hochwertig) | ca. 150 € |
| Durchschnittspreis pro Modul (Marktauswertung) | ca. 89 € |
Diese Zahlen wirken auf den ersten Blick überschaubar. Wer aber zehn oder mehr Module für eine Dachanlage braucht, merkt schnell: Schon bei mittlerer Qualität summiert sich das auf ein paar tausend Euro allein für die Module, bevor Wechselrichter, Montage und Elektroinstallation überhaupt eingerechnet sind.
Quellen
- Reduco
- Glas‑Folie‑Module 2026: Aufbau, Vergleich mit Glas‑Glas | EnergieFluss24
- Kosten pro Wattpeak: PERC, TOPCon & HJT im Vergleich














